Interview mit David Loosli
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Wöchentlich veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Interview mit einer spannenden Persönlichkeit. Heute mit David Loosli, ehemaliger Schweizer Radrennfahrer und Bronzenmedaillengewinner UCI-Strassen-Weltmeisterschaften U23.

Während 8 Jahren hat David Loosli als Profi wichtige Helferdienste für seine Leader in der Mannschaft verrichtet. Mittlerweile ist der Berner, der in seiner Karriere alle drei grossen Landesrundfahrten (Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta) gefahren ist, für die Strecke an der Tour de Suisse zuständig und für das Schweizer Fernsehen als Radsportexperte im Einsatz.  

Jahrelang hast du dich in den Dienst deiner Chefs gestellt und die im Radsport eminent wichtige Arbeit als Helfer verrichtet. Welches sind in deinen Augen die wichtigsten Voraussetzungen, dass ein Helfer seine Arbeit gut ausführen kann?  

Ein Helfer muss in erster Linie ein Teamplayer sein und dazu bereit sein, sein eigenes Ego hinten anzustellen. Denn was zählt, ist einzig der Erfolg des Teams. Wie im «normalen» Berufsleben habe ich gerne für Chefs gearbeitet, die die Arbeit, die ich für sie verrichtet habe, geschätzt und sich dankbar gezeigt haben. 

Vor wenigen Jahren hast du die Seite gewechselt und bist nun für die Strecke an der Tour de Suisse verantwortlich. Kannst du die Herausforderungen und Schwierigkeiten beschreiben, die sich dir als Projektverantwortlicher stellen?  

Das Ziel ist eine modernes, attraktives und vor allem sicheres Rennen für alle. Dies tönt einfach, ist aber eine grosse Herausforderung, weil es mit den Fahrern, den Zuschauern, den Veranstaltern und der Sicherheit mehrere Interessenseiten gibt. Meine Herausforderung ist demnach, den Spagat zwischen allen Beteiligten zu schaffen. 

Viele Hobbyradfahrer starten an Volksrennen. Welches sind deine wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Vorbereitung einerseits und für ein erfolgreiches Rennen anderseits?

Wer sich für ein Rennen anmeldet, sollte genau analysieren, was ihn erwarten wird: Wie viele Kilometer sind zu fahren, wie lange wird man ungefähr unterwegs sein, wie sieht das Profil der Strecke aus. Danach sollte das Training entsprechend aufgebaut und das Ziel realistisch formuliert werden.

Im Rennen selber ist wichtig, dass man sich nicht vom Rennfieber packen lässt, sondern die Pferde im Zaum hält. Es gilt einen eigenen Fahrplan im Bereich Tempo und Verpflegung zu machen und diesen auch einzuhalten, stets auf sich zu hören und die eigene Leistungsgrenze zu respektieren.

Vor 5 Jahren hast du deine Karriere beendet. Was würdest du anders machen, wenn du das Rad der Zeit zurückdrehen könntest?

Ich schätze sehr, dass ich vor 5 Jahren die Wahl hatte zwischen einer weiteren Saison als Profi und einer anderen beruflichen Herausforderung. Rückblickend wäre es bestimmt spannend gewesen, mal in einem anderen Team unter Vertrag zu stehen. Die andere Mentalität, Struktur und Organisation in einem englischsprachigen oder französischen Team oder andere Trainingsmethoden hätten mir bestimmt gut getan. Einen Wechsel habe ich aber während meiner Karriere nie forciert.

Foto: ZVG

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